Phnom Penh Donnerstag, Nov 29 2007 

Am 09.11.2007 fuhren wir gegen Mittag in die Hauptstadt Kambodschas’s. Die Fahrt dauert circa 6 Stunden und war sehr komfortabel, allerdings bekam Nico einen kleinen Schrecken, als nach einem kurzen Zwischenstop sein Sitznachbar mit einer grossen Tuete frisch frittierter Vogelspinnen – so gross wie Handflaechen – zurueckkam und begann diese genuesslich zu verspeisen…In Phnom Penh angekommen, waren wir erst einmal froh, dass wir so clever waren von Siem Reap aus eine Unterkunft fuer drei Naechte zu buchen, die eine kostenlose Abholung am Busbahnhof beinhaltete.  Wir kaempften uns daher durch die Horde von Tuk Tuk Fahrern, die auf die Ankommenden einschrien. Unser Hotel hatte einen netten Fahrer geschickt, auf dessen Schild Mr. Nico stand :-) Im Hotel angekommen hielten wir uns ziemlich schnell fuer nicht mehr so clever und unsere Freude verflog  ziemlich schnell. Im Erdgeschoss war ein zwielichtes Boxzentrum untergebracht. Die Zimmer waren ganz ok, allerdings schien das Hotel seinen Service etwas erweitert zu haben, da einige leicht bekleidete Damen kichernd auf den Treppen sassen…Wir wollten uns erst einmal nicht ins Boxhorn jagen lassen und gingen die Stadt erkunden. Obwohl wir auf unserer Reise schon mit den verschiedensten Formen von Armut in Beruehrung kamen, hat das Ausmass in Phnom Penh uns zutiefst erschreckt. 1/3 der Bevoelkerung lebt von weniger als einem halben US-Dollar pro Tag. Da uns das Hotel und die Leute dort ueberhaupt nicht gefielen beschlossen wir ins Internetcafe zu gehen und nach moeglichen Alternativen zu suchen. Als wir im Internet dann auf verschiedenen Hostelbewertungsseiten lasen, dass in unserem, Hotel geklaut wird wie die Raben und erst vor drei Tagen eine Australische Touristen Nachts mit der Pistole bedroht und ausgeraubt wurde, wurde uns doch noch ein bischen mulmiger… Wir suchten daher nach einem Hotel, dass primaer sicher und wenn es geht auch noch relativ sauber war. Leider hatten wir nicht mehr so viel Zeit, da unser Reisefuehrer und die Botschaften ausdruecklich davor warnen bei Dunkelheit auf der Strasse zu sein. Trotz intensiver Suche konnte wir keine Unterkunft finden, da sie entweder kein Zimmer mehr frei hatten, oder nicht unseren Anforderungen entsprachen. Voellig verzweifelt riefen wir schliesslich im besten Hotel der Stadt an und fragten nach einem freien Zimmer. Das Intercontinental hatte nur noch ein Deluxezimmer in der Clubetage frei. So kam es, dass wir schliesslich drei sehr luxerioese Tage in Phnom Penh verbrachten.

Angkor Dienstag, Nov 20 2007 

Vermutlich jeder, der nach Kambodscha reist besichtigt die Tempelanlagen von Angkor bei Siem Reap. So auch wir. Das gesamte Areal, welches aus ueber 40 Tempel besteht, ist wirklich gigantisch! Man kann sich an den kolossalen Bauten mit seinen detaillierten Reliefs gar nicht satt sehen. Erst dachten wir, uns reicht ein Eintagespass, da wir nicht sooo scharf auf Tempel waren. Ist man dann aber erst einmal vor Ort, kann man gar nicht genug bekommen. So haben wir uns am daraufflogenden Tag noch einen Pass gekauft und danach noch einen… Toll fuer die Besucher ist, dass man sich auf dem Gelaende der Tempel und der Tempelruinen fast voellig frei bewegen kann. Dadurch kommt man an viele kaum besuchte Orte und kann zwischen den Ruinen herumklettern. Diese Freiheiten gehen natuerlich zu Lasten der Anlagen, was man vielerorts auch schon sehen kann. Einer der eindrucksvollsten Tempel ist Angkor Wat. Es ist unvorstellbar, was die Menschen vor knapp 1000 Jahren bautechnisch schon leisten konnten. Waeren nicht so viele Touristen um einen herum, wuerde dieser Ort bestimmt noch geheimnisvoller wirken.

Von Angkor und seiner Anziehungskraft auf Touristen aus aller Welt, lebt eine ganze Region. In Siem Reap und der umittelbaren Umgebung hat direkt oder indirekt fast jeder Kambodschaner etwas mit dem Tourismus zu tun. Es gibt dort unzaehlige Unterkuenfte in allen Preisklassen, Reiseanbieter, Tourguides, Restaurants, Supermaerkte, Banken, Internetcafes etc. . Die Preise werden hier praktischerweise nicht in der Landeswaehrung (Riel) angegeben, sondern gleich in US Dollar. Das spart leidiges umrechnen, dafuer sind die Preise auch relativ hoch. Da man sich auch an den ATMs Dollar auszahlen lassen kann, ist es moeglich ganz Kambodscha zu bereisen, ohne auch nur einmal kambodschanische Riel in den Haenden gehalten zu haben.

Den Menschen in und um Siem Reap geht es verhaeltnismaessig gut. Auch wenn die Armut hier nicht zu uebersehen ist, geht es den Menschen in anderen Landesteilen deutlich schlechter. Kambodscha hat ein Bruttinlandsprodukt pro Kopf von 430 US Dollar pro Jahr (2005). Das Koenigreich rangiert damit im weltweiten Vergleich auf Rang 154 von 180. Deutschland im Jahr 2005 ein BIP von 33854 US Dollar. Hinzu kommt noch, dass dieses noch nicht vor allzu langer Zeit von den Khmer Rouge befreite Land noch sehr stark unter seiner Vergangenehit Leidet. Pol Pot uns seine Schergen hatten die gesamte Bildungselite des Landes (oder das was sie dafuer hielten – es reichte auch schon, wenn man eine Brille trug oder eine Fremdsprache konnte) umgebracht und das halbe Land vermint. Dementsprechend schlecht steht es um das Bildungssystem und die medizinische Versorgung. Das Land bekommt momentan sehr viel internationale Unterstuetzung, was man vielerorts sehen kann. So entsehen neue Strassen, Brunnen, Krankenhaeuser und gibt Hilfsprojekte fuer Waisen und Minenopfer. Beim Bereisen dieses wundervollen Landes bleibt einem immer dieser negative Beigeschmack der Armut und Verzweiflung. Dennoch gehoert dieses Land dank der unheimlich liebenswerten Menschen und seiner traumhaft schoenen Landschaften zu den absoluten Highlights unserer Reise.

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Thailand – Kambodscha Montag, Nov 12 2007 

Nach Thailand stand Kambodscha auf unserem Reiseplan. Vor lauter Freude habe ich mir beim Packen den Kopf an einer Metallkante angestossen. So sind wir statt nach Kambodscha erst einmal ins Krankenhaus gefahren. Das Krankehaus Bumrungrad in Bankok ist wirklich toll. Man sagt es sei Asiens bestes Krankenhaus. Hier laesst sich nur die Creme de la Creme behandeln – und ich. Es gibt dort sogar einen Mc Donald’s! Der Arzt hat mir Anitbiotika und Paracetamol verschrieben und zwei Tage spaeter haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht.

Da die Reisefuehrer und Internetforen von einer organisierten Reise nach Kambodscha abraten, haben wir uns dazu entschlossen die Sache selbst zu organisieren. Es ist wohl sehr beschwerlich, wenn man mit einem Reiseanbieter aus der Khao San Road von Bangkok nach Siem Reap faehrt. Die Busfahrer kassieren eine Provision, wenn sie bestimmte Hostels in Siem Reap anfahren. Um die Reisenden richtig fertig zu machen werden absichtlich Umwege gefahren. So erreicht man nach 15 – 22 Stunden im voellig am Ende und mitten in der Nacht Siem Reap. Unzufrieden mit dem angebotenen Guesthouse, aber nicht mehr bereit, sich auf die Suche nach einer Alternative zu machen, nimmt man das ueberteuerte Angebot an.

Also haben wir uns frueh morgens auf eigene Faust zum oeffentlichen Busbahnhof begeben. Dort gibt es Tickets fuer den staatlichen Bus bis zur thailaendischen Grenzstadt Aranya Prathet fuer etwa vier Euro. Von hier ist es eine 20 minuetige Fahrt mit dem Tuk Tuk bis zum Grenzposten. Dort angekommen wird es ziemlich chaotisch. Jeder will einem zu voellig ueberteuerten Preisen ein Visa fuer Kambodscha verkaufen. Wirklich jeder; die offiziellen Grenzer miteingschlossen. Das es so ablaufen wird, hatten wir schon gehoert. Also sind wir an den dubiosen Voegeln vorbei, bis zum offiziellen Immigration Office von Kambodscha. Nicht einmal hier bekommt man fuer die offiziell angegebenen 20 USD sein Visum. Gibt man dem Beamten seinen Pass, ein Foto, den ausgefuellten Visaantrag und 20 Dollar schaut der einen nicht einmal an, sondern winkt ab und zeigt auf einen seiner Komplizen. Dieser hilfsbereite Mensch verlangt dann mindestens 25 Dollar. Natuerlich sind das keine grossen Betraege und das kambodschanische Volk ist unheimlich arm. Doch sind die fuenf Dollar bei tatsaechlich Hilfsbeduerftigen besser aufgehoben als bei diesen korrupten Beamten, welche sich an den Touristen eine goldene Nase verdienen.

Dummerweise befanden wir uns in einer denkbar schlechten Verhandlungsposition. Zurueckkehren nach Thailand konnten wir nicht, da wir das Land offiziell schon verlassen hatten. Voraussetzung fuer eine Wiedereinreise nach Thailand ist somit ein kambodschanisches Visum. Die Alternative zu einem kambodschanischen Visum waere ein lebenslanger Aufenthalt im Niemandsland zwischen den beiden Laendern gewesen. Das erschien uns wenig reizvoll, da sich dort allerlei dubiose Gestalten herumtreiben, die (moralisch) ziemlich fragwuerdigen Geschaften nachgehen. Nach einigem hin und her, haben wir dann letztendlich 23 Dollar fuer das Visum gezahlt. Dieser weniger positive Eindruck von Kambodscha wurde durch die Ankunft in dem Grenzort Poipet noch verstaerkt. Hier herrscht die Transportmafia. Uns wurde versprochen, dass wir direkt nach der Grenze abgeholt werden und erst nach Ankunft am Guesthouse zahlen muessen. Abgeholt wurden wir schon vor der Grenze. Saemtliche Visahaendler hatten unseren Namen und gingen uns dort schon auf die Nerven. In Poipet ging es dann erst einmal zur Transportagentur. Dort liess man uns wissen, dass ohne zu zahlen ueberhaupt nix geht. Nach einigem hin und her ging es dann aber doch. Die Strasse nach Siem Reap  muss an dieser Stelle lobend erwaehnt werden. Es ist zwar eine staubige Buckelpiste, doch wird sie gerade ausgebaut und ist ein einigen Stellen echt gut. Der inoffizielle Grund weshalb diese Strasse noch nicht frueher ausgebaut wurde ist, dass eine Fluggesellschaft, welche diese Strecke fliegt, das verantwortliche Strassenbauministerium geschmiert hat. Das glaube ich sofort.

Tatsaechlich ist die Grenzueberquerung nicht gerade Eigenwerbung fuer das Land. Allerdings bereuen wir es nicht, das Land sofort wieder verlassen zu haben. Als wir abends in Siem Reap ankamen, wurden wir von unglaublich netten Menschen in einem gemuetlichen Guesthouse (Golden Temple Villa Gueshouse) empfangen. Mehr zu diesem wirklich schoenem Land und Leuten folgt in naechsten Bericht.