Mit dem Zug nach Hanoi Samstag, Dez 1 2007 

Nachdem Zentralvietnam halb ueberschwemt war und wir auch keine grosse Lust auf die Insel Phu Quoc hatten, haben wir uns entschlossen, mit dem Zug nonstop nach Hanoi zu fahren. Die Fahrt entlang der vietnamesischen Kueste dauert etwa 34 Stunden. Die Bahnstrecke gehoert zu den Schoensten auf unserer Reise. Wenn auch der Zug ziemlich versifft war, so ergaben sich Unterwegs traumhafte Ausblicke. Auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite Dschungel. Allein schon fuer diese Fahrt lohnt es sich Vietnam  zu besuchen. Angekommen in Hanoi sind wir mal wieder auf manipulierte Hotelbewertungen hereingefallen. Das Zimmer in der ersten Nacht war winzig, laut und hatte eine Saeule inmitten des Raumes. Ein ersatzweise angebotene Zimmer war derart vom Schimmel befallen, dass es unmoeglich war, ins Bad zu gehen. Als dann nachts noch die Klimaanlage explodierte, haben wir uns entschieden eine neue Unetrkunft zu suchen. Diese war dann ein Glueckstreffer. Saubere, grosse Zimmer mit einem riesigen begruenten Balkon und nettem Personal. Das Zimmer, phantastisches Essen und eine schoene Altstadt machen Hanoi zu einem lohneneswerten Zwischenstopp.

Morgen frueh machen wir uns mit dem mittlerweile zweiten chinesischen Visum im Reisepass erneut auf den Weg in die Volksrepublik. Zuerst geht es mit dem Bus nach Nanning und von dort am gleichen Tag mit dem Nachtzug weiter nach Kunming. Dort angekommen wollen wir das tropische Yunnan erkunden.

Vietnam Samstag, Dez 1 2007 

Anders als die Einreise nach Kambodscha war die Ausreise sehr angenehm. Am Busbahnhof in Phnom Penh haben wir fuer 12 Dollar p.p. Tickets nach Saigon erworben. Der Bus braucht fuer die Strecke ca. 7 Stunden. Man muss an der Grenze nicht einmal den Bus wechseln. Sogar die Ausreise- bzw. Einreiseformalitaeten werden einem von dem Busbegleiter abgenommen. Man muss lediglich seine Taschen packen, duch die Grenze stiefeln und sich dann wieder in den richtigen Bus setzen. Voraussetzung ist natuerlich, dass man sein Visum schon hat. Anders als in Laos und Kambodscha, bekommt man an den vietnamesischen Grenzen kein Visa on Arrival. Das Visum bekommt man aber bequem in Phnom Penh. Alles sehr entspannt, vor allem wenn man die Wartezeit im Intercontinental verbringt :-) . Luxus Pur auf dem Mao Tse Toung Boulevard.

Angekommen in Saigon beziehungsweise Ho Chi Minh Stadt, mussten wir uns nachts erst einmal eine Unterkunft suchen. Die Idioten hatten unser Hostel ueberbucht. Etwas vergleichbares zu finden war extrem schwer, da es in Zentralvietnam Ueberschwemmungen gab, und somit alle Touristen in den Sueden gestroemt sind. Da wir nach Einbruch der Dunkelheit ankamen waren saemtliche Zimmer schon vergeben. Hannah wurde sogar ein heruntergekommenes, fensterloses (Stunden-)Zimmer fuer 70 Dollar angeboten, in dem ein Mann noch mit Ankleiden beschaeftigt war. Letzendlich kamen wir dann aber in einem kleinen Guesthouse unter, welches von einem Ehepaar und ihrem Sohn gefuehrt wird. So schoen wie unsere Unterkunft waren die Ausfluege, die wir in die Umgebung unternommen haben leider nicht.

Das Mekong Delta war dort wo wir waren schlichtweg haesslich. Die besuchte Kirche gehoert einer seltsamen sektenaehnlichen Vereinigung und in die Besichtigung der Cu Chi Tunnel glich einer billigen Propagandaveranstaltung. An den beiden Ausflugstagen haben wir ca. 10 Souvenirlaeden und Produktionsstaetten besucht. Schlimmer kann eine Kaffeefahrt in Deutschland auch nicht sein. Immerhin wurden wir nirgends genoetigt etwas zu kaufen. Im Vergleich zu den Kambodschanern und den Laoten kommen die Vietnamesen sehr schlecht weg. Viele betrachten einen hier schlichtweg als wandelnden Geldbeutel. Gehaessiges Lachen von Passanten und Polizisten, wenn man beinahe von einem Taxi ueberfahren wird, ist nicht das, was ich unter gegenseitigem Respekt verstehe. Ebenso nervig sind die Betruegereien in Hotels, Taxis, auf Maerkten und an Museumskassen. Wuerde gern mal wissen, wie sich vietnamesische Touristen in Deutschland fuehlen, wenn wir uns so verhalten wuerden… Natuerlich betrifft dies nicht alle Vietnamesen, mit denen wir zu tun hatten. Doch sind diese Unarten hier deutlich weiter verbreitet, als in den bisherigen Laendern.