Nach Thailand stand Kambodscha auf unserem Reiseplan. Vor lauter Freude habe ich mir beim Packen den Kopf an einer Metallkante angestossen. So sind wir statt nach Kambodscha erst einmal ins Krankenhaus gefahren. Das Krankehaus Bumrungrad in Bankok ist wirklich toll. Man sagt es sei Asiens bestes Krankenhaus. Hier laesst sich nur die Creme de la Creme behandeln – und ich. Es gibt dort sogar einen Mc Donald’s! Der Arzt hat mir Anitbiotika und Paracetamol verschrieben und zwei Tage spaeter haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht.

Da die Reisefuehrer und Internetforen von einer organisierten Reise nach Kambodscha abraten, haben wir uns dazu entschlossen die Sache selbst zu organisieren. Es ist wohl sehr beschwerlich, wenn man mit einem Reiseanbieter aus der Khao San Road von Bangkok nach Siem Reap faehrt. Die Busfahrer kassieren eine Provision, wenn sie bestimmte Hostels in Siem Reap anfahren. Um die Reisenden richtig fertig zu machen werden absichtlich Umwege gefahren. So erreicht man nach 15 – 22 Stunden im voellig am Ende und mitten in der Nacht Siem Reap. Unzufrieden mit dem angebotenen Guesthouse, aber nicht mehr bereit, sich auf die Suche nach einer Alternative zu machen, nimmt man das ueberteuerte Angebot an.

Also haben wir uns frueh morgens auf eigene Faust zum oeffentlichen Busbahnhof begeben. Dort gibt es Tickets fuer den staatlichen Bus bis zur thailaendischen Grenzstadt Aranya Prathet fuer etwa vier Euro. Von hier ist es eine 20 minuetige Fahrt mit dem Tuk Tuk bis zum Grenzposten. Dort angekommen wird es ziemlich chaotisch. Jeder will einem zu voellig ueberteuerten Preisen ein Visa fuer Kambodscha verkaufen. Wirklich jeder; die offiziellen Grenzer miteingschlossen. Das es so ablaufen wird, hatten wir schon gehoert. Also sind wir an den dubiosen Voegeln vorbei, bis zum offiziellen Immigration Office von Kambodscha. Nicht einmal hier bekommt man fuer die offiziell angegebenen 20 USD sein Visum. Gibt man dem Beamten seinen Pass, ein Foto, den ausgefuellten Visaantrag und 20 Dollar schaut der einen nicht einmal an, sondern winkt ab und zeigt auf einen seiner Komplizen. Dieser hilfsbereite Mensch verlangt dann mindestens 25 Dollar. Natuerlich sind das keine grossen Betraege und das kambodschanische Volk ist unheimlich arm. Doch sind die fuenf Dollar bei tatsaechlich Hilfsbeduerftigen besser aufgehoben als bei diesen korrupten Beamten, welche sich an den Touristen eine goldene Nase verdienen.

Dummerweise befanden wir uns in einer denkbar schlechten Verhandlungsposition. Zurueckkehren nach Thailand konnten wir nicht, da wir das Land offiziell schon verlassen hatten. Voraussetzung fuer eine Wiedereinreise nach Thailand ist somit ein kambodschanisches Visum. Die Alternative zu einem kambodschanischen Visum waere ein lebenslanger Aufenthalt im Niemandsland zwischen den beiden Laendern gewesen. Das erschien uns wenig reizvoll, da sich dort allerlei dubiose Gestalten herumtreiben, die (moralisch) ziemlich fragwuerdigen Geschaften nachgehen. Nach einigem hin und her, haben wir dann letztendlich 23 Dollar fuer das Visum gezahlt. Dieser weniger positive Eindruck von Kambodscha wurde durch die Ankunft in dem Grenzort Poipet noch verstaerkt. Hier herrscht die Transportmafia. Uns wurde versprochen, dass wir direkt nach der Grenze abgeholt werden und erst nach Ankunft am Guesthouse zahlen muessen. Abgeholt wurden wir schon vor der Grenze. Saemtliche Visahaendler hatten unseren Namen und gingen uns dort schon auf die Nerven. In Poipet ging es dann erst einmal zur Transportagentur. Dort liess man uns wissen, dass ohne zu zahlen ueberhaupt nix geht. Nach einigem hin und her ging es dann aber doch. Die Strasse nach Siem Reap  muss an dieser Stelle lobend erwaehnt werden. Es ist zwar eine staubige Buckelpiste, doch wird sie gerade ausgebaut und ist ein einigen Stellen echt gut. Der inoffizielle Grund weshalb diese Strasse noch nicht frueher ausgebaut wurde ist, dass eine Fluggesellschaft, welche diese Strecke fliegt, das verantwortliche Strassenbauministerium geschmiert hat. Das glaube ich sofort.

Tatsaechlich ist die Grenzueberquerung nicht gerade Eigenwerbung fuer das Land. Allerdings bereuen wir es nicht, das Land sofort wieder verlassen zu haben. Als wir abends in Siem Reap ankamen, wurden wir von unglaublich netten Menschen in einem gemuetlichen Guesthouse (Golden Temple Villa Gueshouse) empfangen. Mehr zu diesem wirklich schoenem Land und Leuten folgt in naechsten Bericht.