Gruesse aus Hong Kong Freitag, Jul 4 2008 

Wir konnten die letzten Wochen leider keine neuen Beitraege verfassen, da die Internetzensur in China alle Seiten der Bloganbieter sperrt und so waren auch wir von der Internetzensur betroffen.

Nachtrag der letzten Tage:

Von Hanoi aus fuhren wir mit Bus und Nachtzug wieder nach Kunming und soll noch einer sagen, aus Schaden wuerde man klug werden. Wir stiegen wieder im selben Hostel ab, obwohl wir schon beim letzten mal so geflucht hatten, da das Hostel direkt ueber einem Nachtclub liegt und schlafen vor drei Uhr Nachts absolut nicht moeglich ist.  Soi blieben wir auch nur 1 Nacht und fuhren schnell weiter nach Dali. Daliliegt in der Suedchinesischen Provinz Yunnan Yunnan ist die Provinz, die die deutlichste nationalen und kulturellen Unterschiede China’s repräsentiert. In Yunnan leben 25 der 56 Nationalitäten China’s. Von den über 42 Millionen Einwohnern sind 38% aus nationalen Minderheiten, mehr als in jeder anderen Provinz. 24 Nationen mit mehr als 8000 Menschen wie zum Beispiel die Yi, Bai, Hani, Zhuang, Dai, Miao, und Lisu leben in Yunnan. Ds Dali ganz anders ist als der REst China’s wird allein an der Tatsache deutlich, dass wir mehrmals offena auf der Strasse angesprochen wurden, ob wir Haschisch kaufen wollen. Auch haben wir von einigen anderen Reisenden munkeln hoeren, dass wohl aehnlich wie in den Niederlanden es „Restaurants bzw. Kneipen“ gibt, in denen ganz offen Haschisch verkauft wird und auch konsumiert werden kann. Wir blieben ganze 4 Tage in Dali um dann anschliessend nach Lijiang weiterzureisen. Lijiang gehoert zum Unesco Weltkulturerbe und ist ein wunderschoenes STaedtchen auf circa 2600 Meter Hoehe. Die Altstadt von Lijiang, ist von engen Kopfsteinpflastergassen und einem Netz an Kanälen durchzogen.

Viele der alten Steinbrücken sind jahrhundertealt und haben einige Kriege wie Erdbeben überstanden.

Dayan ist das Zentrum der Naxi-Minderheit, welche von tibetischen Nomaden abstammt, die seit dem zehnten Jahrhundert in dieser Gegend siedeln. Sie haben die Dongba-Kultur hervorgebracht. Da die Naxi Fremden gegenüber sehr offen sind, kann man die Dongba-Kultur, die Bauweise, Schrift und Glauben in Lijiang am besten kennenlernen. Es gibt mehrere Orchester für traditionelle Naxi-Musik und lebendige Folklore in den umliegenden Dörfern.

Die Häuser der Naxi sind in der Regel um einen Innenhof gebaut und üppig mit mythologischen Figuren und Fischen verziert. Die Häuser sind für die Naxi von großer Wichtigkeit und für deren Erhaltung wird auch viel Geld ausgegeben. Wir haben in einem dieser traditionellen Haeusern gewohnt und nicht zuletzt dank einer Heizdecke in unserem Bett und des all abendlichen Spanferkel-Essens haben wir uns in Lijiang sehr wohl gefuehlt.

Die letzten Tage vor unsere Weiterreise nach Hong Kong verbrachten wir in Yangshuo in einem super Hostel, indem die Uebernachtung inklusive Vollpension pro Person nur 7 Euro im Doppelzimmer kostete. Leider war es wie so oft im Leben, dass man einfach nicht alles haben kann und so wurde der Aufenhalt im Yangshuo Culuture House dadurch getruebt, dass die Ac unser Zimmer nur mit Muehe auf plus 10 Grad erheizen konnte. Das abendliche Essen war definitiv der Hoehepunkt und wir lernten so einige nette und sehr interessante Menschen kennen.

Am 23.12. war es dann endlich so weit, wir machten uns voller Vordreude auf den Weg nach Hong Kong. Die Grenze von Shenzhen nach Hong Kong war zwar chaotisch aber absolut problemlos. NAchdem wir im Hotel eingecheckt hatten, trafen wir uns um 19 Uhr mit Uli zum Abendessen. Leider hatten wir bei der Wahl des Restautrants kein so ein glueckliches Haendchen. Heute morgen haben wir dann Julian vom Flughafen abgeholt. Alles klappte problemlos und wir

Mit dem Zug nach Hanoi Samstag, Dez 1 2007 

Nachdem Zentralvietnam halb ueberschwemt war und wir auch keine grosse Lust auf die Insel Phu Quoc hatten, haben wir uns entschlossen, mit dem Zug nonstop nach Hanoi zu fahren. Die Fahrt entlang der vietnamesischen Kueste dauert etwa 34 Stunden. Die Bahnstrecke gehoert zu den Schoensten auf unserer Reise. Wenn auch der Zug ziemlich versifft war, so ergaben sich Unterwegs traumhafte Ausblicke. Auf der einen Seite das Meer und auf der anderen Seite Dschungel. Allein schon fuer diese Fahrt lohnt es sich Vietnam  zu besuchen. Angekommen in Hanoi sind wir mal wieder auf manipulierte Hotelbewertungen hereingefallen. Das Zimmer in der ersten Nacht war winzig, laut und hatte eine Saeule inmitten des Raumes. Ein ersatzweise angebotene Zimmer war derart vom Schimmel befallen, dass es unmoeglich war, ins Bad zu gehen. Als dann nachts noch die Klimaanlage explodierte, haben wir uns entschieden eine neue Unetrkunft zu suchen. Diese war dann ein Glueckstreffer. Saubere, grosse Zimmer mit einem riesigen begruenten Balkon und nettem Personal. Das Zimmer, phantastisches Essen und eine schoene Altstadt machen Hanoi zu einem lohneneswerten Zwischenstopp.

Morgen frueh machen wir uns mit dem mittlerweile zweiten chinesischen Visum im Reisepass erneut auf den Weg in die Volksrepublik. Zuerst geht es mit dem Bus nach Nanning und von dort am gleichen Tag mit dem Nachtzug weiter nach Kunming. Dort angekommen wollen wir das tropische Yunnan erkunden.

Vietnam Samstag, Dez 1 2007 

Anders als die Einreise nach Kambodscha war die Ausreise sehr angenehm. Am Busbahnhof in Phnom Penh haben wir fuer 12 Dollar p.p. Tickets nach Saigon erworben. Der Bus braucht fuer die Strecke ca. 7 Stunden. Man muss an der Grenze nicht einmal den Bus wechseln. Sogar die Ausreise- bzw. Einreiseformalitaeten werden einem von dem Busbegleiter abgenommen. Man muss lediglich seine Taschen packen, duch die Grenze stiefeln und sich dann wieder in den richtigen Bus setzen. Voraussetzung ist natuerlich, dass man sein Visum schon hat. Anders als in Laos und Kambodscha, bekommt man an den vietnamesischen Grenzen kein Visa on Arrival. Das Visum bekommt man aber bequem in Phnom Penh. Alles sehr entspannt, vor allem wenn man die Wartezeit im Intercontinental verbringt :-) . Luxus Pur auf dem Mao Tse Toung Boulevard.

Angekommen in Saigon beziehungsweise Ho Chi Minh Stadt, mussten wir uns nachts erst einmal eine Unterkunft suchen. Die Idioten hatten unser Hostel ueberbucht. Etwas vergleichbares zu finden war extrem schwer, da es in Zentralvietnam Ueberschwemmungen gab, und somit alle Touristen in den Sueden gestroemt sind. Da wir nach Einbruch der Dunkelheit ankamen waren saemtliche Zimmer schon vergeben. Hannah wurde sogar ein heruntergekommenes, fensterloses (Stunden-)Zimmer fuer 70 Dollar angeboten, in dem ein Mann noch mit Ankleiden beschaeftigt war. Letzendlich kamen wir dann aber in einem kleinen Guesthouse unter, welches von einem Ehepaar und ihrem Sohn gefuehrt wird. So schoen wie unsere Unterkunft waren die Ausfluege, die wir in die Umgebung unternommen haben leider nicht.

Das Mekong Delta war dort wo wir waren schlichtweg haesslich. Die besuchte Kirche gehoert einer seltsamen sektenaehnlichen Vereinigung und in die Besichtigung der Cu Chi Tunnel glich einer billigen Propagandaveranstaltung. An den beiden Ausflugstagen haben wir ca. 10 Souvenirlaeden und Produktionsstaetten besucht. Schlimmer kann eine Kaffeefahrt in Deutschland auch nicht sein. Immerhin wurden wir nirgends genoetigt etwas zu kaufen. Im Vergleich zu den Kambodschanern und den Laoten kommen die Vietnamesen sehr schlecht weg. Viele betrachten einen hier schlichtweg als wandelnden Geldbeutel. Gehaessiges Lachen von Passanten und Polizisten, wenn man beinahe von einem Taxi ueberfahren wird, ist nicht das, was ich unter gegenseitigem Respekt verstehe. Ebenso nervig sind die Betruegereien in Hotels, Taxis, auf Maerkten und an Museumskassen. Wuerde gern mal wissen, wie sich vietnamesische Touristen in Deutschland fuehlen, wenn wir uns so verhalten wuerden… Natuerlich betrifft dies nicht alle Vietnamesen, mit denen wir zu tun hatten. Doch sind diese Unarten hier deutlich weiter verbreitet, als in den bisherigen Laendern.

Phnom Penh Donnerstag, Nov 29 2007 

Am 09.11.2007 fuhren wir gegen Mittag in die Hauptstadt Kambodschas’s. Die Fahrt dauert circa 6 Stunden und war sehr komfortabel, allerdings bekam Nico einen kleinen Schrecken, als nach einem kurzen Zwischenstop sein Sitznachbar mit einer grossen Tuete frisch frittierter Vogelspinnen – so gross wie Handflaechen – zurueckkam und begann diese genuesslich zu verspeisen…In Phnom Penh angekommen, waren wir erst einmal froh, dass wir so clever waren von Siem Reap aus eine Unterkunft fuer drei Naechte zu buchen, die eine kostenlose Abholung am Busbahnhof beinhaltete.  Wir kaempften uns daher durch die Horde von Tuk Tuk Fahrern, die auf die Ankommenden einschrien. Unser Hotel hatte einen netten Fahrer geschickt, auf dessen Schild Mr. Nico stand :-) Im Hotel angekommen hielten wir uns ziemlich schnell fuer nicht mehr so clever und unsere Freude verflog  ziemlich schnell. Im Erdgeschoss war ein zwielichtes Boxzentrum untergebracht. Die Zimmer waren ganz ok, allerdings schien das Hotel seinen Service etwas erweitert zu haben, da einige leicht bekleidete Damen kichernd auf den Treppen sassen…Wir wollten uns erst einmal nicht ins Boxhorn jagen lassen und gingen die Stadt erkunden. Obwohl wir auf unserer Reise schon mit den verschiedensten Formen von Armut in Beruehrung kamen, hat das Ausmass in Phnom Penh uns zutiefst erschreckt. 1/3 der Bevoelkerung lebt von weniger als einem halben US-Dollar pro Tag. Da uns das Hotel und die Leute dort ueberhaupt nicht gefielen beschlossen wir ins Internetcafe zu gehen und nach moeglichen Alternativen zu suchen. Als wir im Internet dann auf verschiedenen Hostelbewertungsseiten lasen, dass in unserem, Hotel geklaut wird wie die Raben und erst vor drei Tagen eine Australische Touristen Nachts mit der Pistole bedroht und ausgeraubt wurde, wurde uns doch noch ein bischen mulmiger… Wir suchten daher nach einem Hotel, dass primaer sicher und wenn es geht auch noch relativ sauber war. Leider hatten wir nicht mehr so viel Zeit, da unser Reisefuehrer und die Botschaften ausdruecklich davor warnen bei Dunkelheit auf der Strasse zu sein. Trotz intensiver Suche konnte wir keine Unterkunft finden, da sie entweder kein Zimmer mehr frei hatten, oder nicht unseren Anforderungen entsprachen. Voellig verzweifelt riefen wir schliesslich im besten Hotel der Stadt an und fragten nach einem freien Zimmer. Das Intercontinental hatte nur noch ein Deluxezimmer in der Clubetage frei. So kam es, dass wir schliesslich drei sehr luxerioese Tage in Phnom Penh verbrachten.

Angkor Dienstag, Nov 20 2007 

Vermutlich jeder, der nach Kambodscha reist besichtigt die Tempelanlagen von Angkor bei Siem Reap. So auch wir. Das gesamte Areal, welches aus ueber 40 Tempel besteht, ist wirklich gigantisch! Man kann sich an den kolossalen Bauten mit seinen detaillierten Reliefs gar nicht satt sehen. Erst dachten wir, uns reicht ein Eintagespass, da wir nicht sooo scharf auf Tempel waren. Ist man dann aber erst einmal vor Ort, kann man gar nicht genug bekommen. So haben wir uns am daraufflogenden Tag noch einen Pass gekauft und danach noch einen… Toll fuer die Besucher ist, dass man sich auf dem Gelaende der Tempel und der Tempelruinen fast voellig frei bewegen kann. Dadurch kommt man an viele kaum besuchte Orte und kann zwischen den Ruinen herumklettern. Diese Freiheiten gehen natuerlich zu Lasten der Anlagen, was man vielerorts auch schon sehen kann. Einer der eindrucksvollsten Tempel ist Angkor Wat. Es ist unvorstellbar, was die Menschen vor knapp 1000 Jahren bautechnisch schon leisten konnten. Waeren nicht so viele Touristen um einen herum, wuerde dieser Ort bestimmt noch geheimnisvoller wirken.

Von Angkor und seiner Anziehungskraft auf Touristen aus aller Welt, lebt eine ganze Region. In Siem Reap und der umittelbaren Umgebung hat direkt oder indirekt fast jeder Kambodschaner etwas mit dem Tourismus zu tun. Es gibt dort unzaehlige Unterkuenfte in allen Preisklassen, Reiseanbieter, Tourguides, Restaurants, Supermaerkte, Banken, Internetcafes etc. . Die Preise werden hier praktischerweise nicht in der Landeswaehrung (Riel) angegeben, sondern gleich in US Dollar. Das spart leidiges umrechnen, dafuer sind die Preise auch relativ hoch. Da man sich auch an den ATMs Dollar auszahlen lassen kann, ist es moeglich ganz Kambodscha zu bereisen, ohne auch nur einmal kambodschanische Riel in den Haenden gehalten zu haben.

Den Menschen in und um Siem Reap geht es verhaeltnismaessig gut. Auch wenn die Armut hier nicht zu uebersehen ist, geht es den Menschen in anderen Landesteilen deutlich schlechter. Kambodscha hat ein Bruttinlandsprodukt pro Kopf von 430 US Dollar pro Jahr (2005). Das Koenigreich rangiert damit im weltweiten Vergleich auf Rang 154 von 180. Deutschland im Jahr 2005 ein BIP von 33854 US Dollar. Hinzu kommt noch, dass dieses noch nicht vor allzu langer Zeit von den Khmer Rouge befreite Land noch sehr stark unter seiner Vergangenehit Leidet. Pol Pot uns seine Schergen hatten die gesamte Bildungselite des Landes (oder das was sie dafuer hielten – es reichte auch schon, wenn man eine Brille trug oder eine Fremdsprache konnte) umgebracht und das halbe Land vermint. Dementsprechend schlecht steht es um das Bildungssystem und die medizinische Versorgung. Das Land bekommt momentan sehr viel internationale Unterstuetzung, was man vielerorts sehen kann. So entsehen neue Strassen, Brunnen, Krankenhaeuser und gibt Hilfsprojekte fuer Waisen und Minenopfer. Beim Bereisen dieses wundervollen Landes bleibt einem immer dieser negative Beigeschmack der Armut und Verzweiflung. Dennoch gehoert dieses Land dank der unheimlich liebenswerten Menschen und seiner traumhaft schoenen Landschaften zu den absoluten Highlights unserer Reise.

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Thailand – Kambodscha Montag, Nov 12 2007 

Nach Thailand stand Kambodscha auf unserem Reiseplan. Vor lauter Freude habe ich mir beim Packen den Kopf an einer Metallkante angestossen. So sind wir statt nach Kambodscha erst einmal ins Krankenhaus gefahren. Das Krankehaus Bumrungrad in Bankok ist wirklich toll. Man sagt es sei Asiens bestes Krankenhaus. Hier laesst sich nur die Creme de la Creme behandeln – und ich. Es gibt dort sogar einen Mc Donald’s! Der Arzt hat mir Anitbiotika und Paracetamol verschrieben und zwei Tage spaeter haben wir uns dann endlich auf den Weg gemacht.

Da die Reisefuehrer und Internetforen von einer organisierten Reise nach Kambodscha abraten, haben wir uns dazu entschlossen die Sache selbst zu organisieren. Es ist wohl sehr beschwerlich, wenn man mit einem Reiseanbieter aus der Khao San Road von Bangkok nach Siem Reap faehrt. Die Busfahrer kassieren eine Provision, wenn sie bestimmte Hostels in Siem Reap anfahren. Um die Reisenden richtig fertig zu machen werden absichtlich Umwege gefahren. So erreicht man nach 15 – 22 Stunden im voellig am Ende und mitten in der Nacht Siem Reap. Unzufrieden mit dem angebotenen Guesthouse, aber nicht mehr bereit, sich auf die Suche nach einer Alternative zu machen, nimmt man das ueberteuerte Angebot an.

Also haben wir uns frueh morgens auf eigene Faust zum oeffentlichen Busbahnhof begeben. Dort gibt es Tickets fuer den staatlichen Bus bis zur thailaendischen Grenzstadt Aranya Prathet fuer etwa vier Euro. Von hier ist es eine 20 minuetige Fahrt mit dem Tuk Tuk bis zum Grenzposten. Dort angekommen wird es ziemlich chaotisch. Jeder will einem zu voellig ueberteuerten Preisen ein Visa fuer Kambodscha verkaufen. Wirklich jeder; die offiziellen Grenzer miteingschlossen. Das es so ablaufen wird, hatten wir schon gehoert. Also sind wir an den dubiosen Voegeln vorbei, bis zum offiziellen Immigration Office von Kambodscha. Nicht einmal hier bekommt man fuer die offiziell angegebenen 20 USD sein Visum. Gibt man dem Beamten seinen Pass, ein Foto, den ausgefuellten Visaantrag und 20 Dollar schaut der einen nicht einmal an, sondern winkt ab und zeigt auf einen seiner Komplizen. Dieser hilfsbereite Mensch verlangt dann mindestens 25 Dollar. Natuerlich sind das keine grossen Betraege und das kambodschanische Volk ist unheimlich arm. Doch sind die fuenf Dollar bei tatsaechlich Hilfsbeduerftigen besser aufgehoben als bei diesen korrupten Beamten, welche sich an den Touristen eine goldene Nase verdienen.

Dummerweise befanden wir uns in einer denkbar schlechten Verhandlungsposition. Zurueckkehren nach Thailand konnten wir nicht, da wir das Land offiziell schon verlassen hatten. Voraussetzung fuer eine Wiedereinreise nach Thailand ist somit ein kambodschanisches Visum. Die Alternative zu einem kambodschanischen Visum waere ein lebenslanger Aufenthalt im Niemandsland zwischen den beiden Laendern gewesen. Das erschien uns wenig reizvoll, da sich dort allerlei dubiose Gestalten herumtreiben, die (moralisch) ziemlich fragwuerdigen Geschaften nachgehen. Nach einigem hin und her, haben wir dann letztendlich 23 Dollar fuer das Visum gezahlt. Dieser weniger positive Eindruck von Kambodscha wurde durch die Ankunft in dem Grenzort Poipet noch verstaerkt. Hier herrscht die Transportmafia. Uns wurde versprochen, dass wir direkt nach der Grenze abgeholt werden und erst nach Ankunft am Guesthouse zahlen muessen. Abgeholt wurden wir schon vor der Grenze. Saemtliche Visahaendler hatten unseren Namen und gingen uns dort schon auf die Nerven. In Poipet ging es dann erst einmal zur Transportagentur. Dort liess man uns wissen, dass ohne zu zahlen ueberhaupt nix geht. Nach einigem hin und her ging es dann aber doch. Die Strasse nach Siem Reap  muss an dieser Stelle lobend erwaehnt werden. Es ist zwar eine staubige Buckelpiste, doch wird sie gerade ausgebaut und ist ein einigen Stellen echt gut. Der inoffizielle Grund weshalb diese Strasse noch nicht frueher ausgebaut wurde ist, dass eine Fluggesellschaft, welche diese Strecke fliegt, das verantwortliche Strassenbauministerium geschmiert hat. Das glaube ich sofort.

Tatsaechlich ist die Grenzueberquerung nicht gerade Eigenwerbung fuer das Land. Allerdings bereuen wir es nicht, das Land sofort wieder verlassen zu haben. Als wir abends in Siem Reap ankamen, wurden wir von unglaublich netten Menschen in einem gemuetlichen Guesthouse (Golden Temple Villa Gueshouse) empfangen. Mehr zu diesem wirklich schoenem Land und Leuten folgt in naechsten Bericht.

Nachtrag: Bilder Laos Dienstag, Okt 30 2007 

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Ein Tag in Bangkok Dienstag, Okt 30 2007 

Heute morgen machten wir uns auf, um das kulturelle Zentrum Bangkoks zu erkunden. Der Besuch des Koenigspalastes und des Koenigstempels Wat Phra Keo wurde uns dadurch erschwert, dass wir immer wieder von freundlichen Thais angesprochen wurden, die beteuerten, dass die Anlage heute aufgrund eines budhistischen Feiertages fuer Farangs (Auslaender mit weisser Hautfarbe) geschlossen waere. Obwohl der Reisefuehrer uns vor diesen Schleppern gewarnt hatte, die nichts anderes wollen als einem ueberteuerte „Alternativen“ zu verkaufen, kamen leichte Zweifel in uns auf. Wir setzten unseren Weg aber fort, und die riesigen Schlangen vor der Kasse signalisierten uns dann schon von Weitem, dass der Besichtigung hingegen aller Beteuerungen nichts im Weg stand. Der Besuch hat sich wirklich gelohnt. In den Gebaeuden direkt hinter der Kasse ist die Koenigliche Muenzsammlung untergebracht. Gleich dahinter liegt Wat Phra Keo. Durch die Eingangstore, die von riesigen Daemonen bewacht werden gelangten wir in den Tempelbezirk. Dieser ist von einem ueberdachten Wandelgang umgeben, der mit sehr schoenen Wandmalereien geschmueckt ist, die Szenen aus dem thailaendischen Ramayana-Epos darstellen. Anschliessend besichtigten wir den Koenigpalast. Nico haette dabei fast die koenigliche Wache bei der Wachabloesung ueber den Haufen gerannt… Wegen der grossen Hitze fuhren wir dann relativ schnell zu Siam Center in dessen obersten Etage eine riesige Zahl an Restaurants um Kundschaft buhlen. Wir entschieden uns wieder fuer das selbe koreanische Restaurant, in dem wir schon vor unserer Abreise nach Phuket gegessen haben. Wir koennen ein koreanisches Barbecue wirklich nur jedem empfehlen. Danach ging es satt und zufrieden zurueck in unser Guesthouse. Wir wohnen in der Naehe der Khaosan Road, die durch den Film The Beach weltberuehmt wurde. Zu Beginn des Filmes streift Richard alias Leonardo di Caprio durch die Khaosan Road. Allerdings ist das Guesthouse aus dem Film hier nicht zu finden, da es sich um das On On Hotel in Phuket Town handelt. Trotzdem lassen sich die voll gepackten Strassenstaende, Zoepfchenflechter, Strassencafes und die Traveller aus aller Welt leicht wieder erkennen. Gegen 17 Uhr wird die Khaosan Road fuer den Durchgangsverkehr gesperrt und zur Flaniermeile. Morgen wollen wir einen Tagesausflug nach Ayutthaya, der alten Koenigstadt machen.

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Lang lebe Koenig Bhumibol! Montag, Okt 29 2007 

Leider sieht es nicht danach aus, dass Thailands unheimlich beliebter Koenig tatsaechlich noch lange lebt. In Bangkok traegt dieser Tage beinahe jeder Thailaender (und auch schon mancher Tourist) ein gelbes Polohemd als Zeichen der Solidaritaet mit dem kranken und mittlerweile ins Krankenhaus eingelieferten Monarchen.

Mittlerweile sind Hannah und ich schon zum zweiten Mal inerhalb von 10 Tagen in Bangkok. Eigentlich hatten wir vor, zwei oder drei Wochen in Thailands Sueden zu verbringen. Beginnen wollten wir unseren „Strandurlaub“ in Phuket und von dort auf die Inseln Ko Phi Phi und Ko Lanta  weiterfahren. Dummerweise hat uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Waehrend unseres Aufenthalts in Phuket hat es fast ununterbrochen geregnet. Nachdem die Aussichten fuer die kommenden Tage auch nicht besser sind, haben wir uns entschieden wieder zurueck ins sonnige Bangkok zu tuckern und den geplanten Badeurlaub Anfang Dezember in Vietnam nachzuholen. Phuket war nicht nur wettertechnisch ein Reinfall. In Porno-Phuket und seinen Badestraenden geht es vogelwild zu. Dort wimmelt es von einsamen Maennern, die ausschliesslich nach Thailand kommen, um sich mit Thailaenderinnen zu amuesieren. Natuerlich gegen Bares oder ein Handy oder aehnliches. Naja. Phuket hat ja diesen Ruf und wir haetten es eigentlich besser wissen muessen… Jedem das seine aber die Berichte Thailands deutschsprachigen Zeitungen wie TIP und dessen Ratgeber zum Umgang mit Prostituierten sind schon etwas seltsam.  

Jedenfalls sind wir heute morgen wieder in Bangkok angekommen und waren erst einmal bei dem hiesigen evangelischen Auslandspfarrer, der fuer die Laender Thailand, Myanmar, Laos und Kambodscha zustaendig ist, zum Fruehstueck eingeladen. Das sehr nette Pfarrerehepaar hat uns mit Schwarzbrot aus einer deutschen Baeckerei, Schinken und Kaese bewirtet. So gestaerkt, werden wir uns in den kommenden Tagen Bangkoks Sehenwuerdigkeiten anschauen und Tagesausfluege nach Kanchanaburi (Die Bruecke am River Kwai) und Ayutthaya (Thailands historische Hauptstadt) unternehmen.

Laos Mittwoch, Okt 17 2007 

Die Einreise von China nach Laos an dem Grenzuebergang Mengla-Boten verlief voellig unproblematisch. Fuer 30 US Dollar bekommt man hier an Ort und Stelle ein 30-taegiges Visum ausgestellt. In dem ersten Dorf in Laos ist es uns gelungen, einen Bus direkt nach Luang Prabang zu bekommen. Zusammen mit einer franzoesischen Familie (Ehepaar mit zwei Kindern im Alter von 3 und 7 Jahren, die mit dem Rucksack 10 Monate durch Indien, Suedostasien und Ostafrika reisen)  und einem franzoesischen Paerchen bestiegen wir nach zaehen Verhandlungen zum zweiten mal innerhalb kuerzester Zeit einen dieser daemlichen chinesischen Schlafbusse.

Nach 8 Stunden Fahrt kamen wir kurz nach Einbruch der Dunkeheit erschoepft in Luang Prabang an. Die Anstrengungen waren dann aber sofort vergessen, als wir die unzaeligen franzoseischen Restaurants, Baeckereien und Cafes sichteten. Unsere ersten Tage in Luang Prabang verbrachten wir damit, diese unbeschreiblich schoene Stadt (ca. 30.000 Einwohner) zu erkunden und die Resturants zu bewerten. Luang Prabang liegt am Ufer des Mekong und ist umgeben von dichtem Urwald. Die Stadt besteht zu einem Grossteil aus malerischen Tempel und es wimmelt nur so von Moenchen. Luang Prabang ist ein idealer Ausgangspunkt fuer Touren ins Umland. Wir hatten uns dazu entschieden einen 2-taegigen Elefantentrip bei einem Anbieter fuer sozial und oekologisch vertraegliche Touren zu buchen.

Konkret fuehrte uns die Tour in ein Elefantencamp mittem im Dschungel. Neben den vier Elefantendamen, freigekauft aus nicht tiergerechter Haltung, gibt es dort einen maennlichen Babyelefanten der aus familienpolitschen Gesichtspunkten angeschafft wurde. Fuer die folgenden zwei Tage wurde uns ein sehr netter Laote in unseren Alter zugeteilt, der uns bei den folgenden Aktivitaeten begleiten sollte. Der erste Tag begann mit einem Elefantenritt durch den Dschungel. Zuerst auf einem Holzbaenkchen gemeinsam mit dem Mahout (so eine Art „Elefantenherrchen“). Nach diesem ersten Elefantenkontakt sind wir mit einem kleinen Holzboot zu den Tad Sae Wasserfaellen gefahren. Dort angekommen haben wir uns Seite an Seite mit lustigen Moenchen in die Fluten des Wasserfalls gestuerzt.   Am Nachmittag sind wir auf den Elefanten - nun ohne Sattel und ganz vorne Auf dem Nacken – wieder in den Dschungel geritten. Diesmal um Sie dort zu ihren Futterplatzen fuer die Nacht zu bringen. Es ist schon ein komisches Gefuehl, ohne Netz und doppeltem Boden auf diesen riesigen Tieren zu reiten… Ein Glueck sass hinter uns noch der Mahout der schlimmeres haette verhindern koennen.  Die Nacht verbrachten wir in einem sehr schoenen Bungalow nahe des Elefantencamps. Die Sichtung eines Skorpions vor unserem Bungalow und die einstuendige Jagd nach einer riesigen, gefaehrlich aussehenden Spinne in unserem Schlafzimmer liessen uns wenig Schlaf. So ist das nun mal, wenn Greenhorns in den Dschungel wollen. Am naechsten morgen sind wir mit den Elefanten wieder ohne Sattel zum Fluss geritten, um sie dort zu waschen. Dankbar fuer diese tolle Erfahrung haben wir an die Elefanten noch ein paar Bananenstauden verfuettert. Wohlwissend dass diese paar Kilo Bananen, bezogen auf ihre Tagesration von ca. 150 kg Pflanzen und 200l Wasser, nur ein Tropfen auf dem heissen Stein sind. Kroenender Abschluss der Tour bildete eine vierstuendige Kajakfahrt auf dem Nam Khan zurueck nach Luang Prabang. Dank der eben erst zu Ende gehenden Regenzeit gab es an einigen Stellen noch Stromschnellen, welche zusaetzlich Pfeffer in die ohnehin schon schoene Fahrt brachten.

Zurueck in Luang Prabang bekam Hannah in der Nacht Magenkrampfe, Durchfall und hohes Fieber. Da wir uns nicht sicher waren, ob es sich um eine Lebensmittelvergiftung oder das Dengue Fieber handelte, beschlossen wir das beste und neueste Krankenhaus in Luang Prabang aufzusuchen. Puh. Die Aerzte dort waren ja sehr nett, aber das Krankenhaus sah uebel aus. Total verdreckt. Die laotische Aerztin hat im Zuge des wohl in Laos ueblichen Dengue Fieber Tests Hannahs Arm abgebunden, bis dieser komplett blau war und Hannah das Hoeren und Sehen verging. Daraufin haben wir dann die Klinik fluchtartig verlassen und uns entschieden, zwecks medizinsicher Versorgung moeglichst schnell nach Vientiane, die Hauptstadt von Laos zu fahren. Dort angekommen (Hannah ging es etwas besser) konnte uns die deutsche Botschaft einen sehr guten belgischen Arzt empfehlen. Dieser fuehrte Bluttests auf Dengue Fieber und Malaria durch, die gluecklicherweise beide negativ waren.

Hannah hat ihre Lebensmittelvergiftung mittlerweile gut ueberstanden und in drei Stunden brechen wir mit dem Bus nach Bangkok auf. Die VIP Busse fahren die Strecke Vientiane – Bangkok in 12 Stunden (Ankunft 6 Uhr morgens) fuer ca 15 Euro.  

… Bilder folgen 

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